Warum finanzielle Bildung wichtiger ist denn je
„Es ist besser, einen Tag im Monat über sein Geld nachzudenken, als einen ganzen Monat dafür zu arbeiten.“
Dieses bekannte Zitat stammt von dem US-amerikanischen Großindustriellen John D. Rockefeller (1839–1937). Schon damals erkannte er, wie wichtig es ist, sich strategisch mit den eigenen Finanzen auseinanderzusetzen, anstatt ausschließlich durch Arbeit Einkommen zu generieren.
Natürlich kann jeder Mensch durch Arbeit neues Geld verdienen. Doch was bringt ein gutes Einkommen, wenn kein Plan dahintersteht und das Geld am Ende einfach „durch die Finger rinnt“?
Warum finanzielle Planung unverzichtbar ist
Unser Arbeitsleben besteht nicht nur aus der aktiven Erwerbsphase. Früher oder später folgt die Ruhe- oder Rentenphase. Dabei gilt eine einfache Wahrheit: Freizeit kostet Geld.
Jeder Mensch sollte im Alter genug finanzielle Mittel besitzen, um unabhängig und sorgenfrei leben zu können. Doch genau hier liegt eines der größten Probleme unserer Zeit.
Das deutsche Rentensystem ist seit Jahrzehnten eines der meistdiskutierten Themen überhaupt. Spätestens seit dem sogenannten „Pillenknick“ und den Auswirkungen zweier Weltkriege ist die klassische Alterspyramide aus dem Gleichgewicht geraten. Statt vieler junger Beitragszahler und weniger Rentner (Pyramidenform) gleicht unsere Bevölkerungsstruktur heute eher einer „Cola-Flasche“.
Da unser Rentensystem auf einem Umlageverfahren basiert, finanzieren die heutigen Arbeitnehmer die aktuellen Rentner. Das Verhältnis entwickelt sich zunehmend in Richtung 2:1 – zwei Arbeitnehmer für einen Rentner. Die gesetzliche Rente bleibt wichtig, wird aber für viele Menschen allein nicht ausreichen.
Genau hier greift Rockefellers Aussage: Es ist elementar wichtig, sich frühzeitig Gedanken über die eigene finanzielle Zukunft zu machen.
Finanzielle Bildung? In Deutschland oft Mangelware
Leider wird es uns nicht leicht gemacht, uns mit unseren Finanzen auseinanderzusetzen. Wir werden täglich mit Nachrichten, Trends und Ablenkungen überschüttet. Gleichzeitig lässt die finanzielle Bildung in Deutschland – vorsichtig formuliert – stark zu wünschen übrig.
Viele junge Menschen verfolgen heute ihre Investments ausschließlich über das Smartphone. Dort werden ständig die neuesten ETF-Trends angezeigt. Steigen viele Anleger gleichzeitig ein, steigen natürlich auch die Kurse.
Oft hört man dann Aussagen wie:
„Ich habe einen Roboter, der automatisch investiert.“
Doch wenn viele Menschen dieselben Systeme nutzen und gleichzeitig kaufen oder verkaufen, verstärken sich Marktbewegungen zusätzlich. Die Folge: stärkere Schwankungen und höhere Risiken.
Breit gestreut bedeutet nicht automatisch sicher
Vor Kurzem fragte ich einen 26-jährigen Gutverdiener, wie er sein Geld anlegt.
Seine Antwort:
„Alles in ETFs – breit gestreut.“
Die Gegenfrage lautete:
„Was passiert bei einem Crash?“
Seine Antwort:
„Ich bin doch breit gestreut.“
Doch genau hier liegt ein weit verbreitetes Missverständnis. Wenn nahezu das gesamte Vermögen in Aktienmärkte investiert ist, fällt bei einem großen Börsenrückgang eben auch das gesamte Depot. Viele Anleger erleben dann erstmals am eigenen Leib, was ein sogenanntes Klumpenrisiko bedeutet.
Deshalb ist es so wichtig, die Grundlagen unseres Finanzsystems zu verstehen. Märkte bewegen sich in Zyklen. Die entscheidende Frage lautet:
In welchem Zyklus befinden wir uns gerade?
Ein kleiner Denkanstoß:
Weltweit existieren heute mehr Schulden als jemals zuvor – selbst inflationsbereinigt.
Wissen schützt vor Fehlentscheidungen
Wer sich mit Geld beschäftigt, trifft langfristig bessere Entscheidungen. Denn schließlich möchten wir später auch etwas von unserem hart erarbeiteten Einkommen haben.
Zum Glück gibt es heute viele Möglichkeiten, sich weiterzubilden. Neben YouTube-Videos und Podcasts helfen auch Bücher dabei, komplexe Themen verständlicher zu machen.
Einen meiner Mentoren möchte ich an dieser Stelle besonders empfehlen:
Bernd Schröder.
Persönlich haben mich trockene Fachbücher nie begeistert. Spannend finde ich echte Geschichten – und gerade die Finanzwelt liefert davon mehr als genug.
Buchempfehlungen zum Einstieg
- Volker Nied – Vorbereitung auf den finalen Crash
- Wolfgang Hetzler – Ist die Deutsche Bank eine kriminelle Vereinigung?
- Tillmann Bendikowski – Die Spur des Silbers
- Urs Willmann – Goldrausch – Eine Kriminalgeschichte
- Reinhard Deutsch – Das Silberkomplott
Natürlich kann auch ein guter unabhängiger Berater helfen, finanzielle Zusammenhänge besser zu verstehen. Wichtig dabei: Banken sind in der Regel nicht unabhängig. Hinterfragen Sie immer das Interesse Ihres Beraters.
Zwei Fragen zum Nachdenken
Zum Abschluss noch zwei spannende Fragen:
- Wenn alle Schulden, die in Euro existieren, zurückgezahlt würden – wie viel Prozent der gesamten Euro-Geldmenge wäre dann noch im Umlauf?
- Ein Kilo Gold kostete 1948 rund 3.600 Reichsmark. Was kostete es nach der Währungsreform in D-Mark – und warum?
Kleiner Hinweis: Guthaben in Reichsmark wurden damals im Verhältnis 100:6,5 in D-Mark umgerechnet.
Unter allen Einsendern wird eines der genannten Bücher verlost.
Zuschriften bitte an:
info@fairmaster-konzept.com
