Was soll dein Geld eigentlich für dich können?
Hand aufs Herz: Weißt du, was dein Geld für dich können soll? Nicht welches Finanzprodukt du kaufen möchtest. Nicht, welcher Fonds gerade empfohlen wird. Und auch nicht, wo es momentan die höchsten Zinsen gibt. Sondern ganz konkret:
Was möchtest du mit deinem Geld erreichen?
Soll es dir Sicherheit geben? Soll es wachsen? Möchtest du jederzeit darauf zugreifen können? Willst du Eigentum aufbauen? Deine Kaufkraft langfristig erhalten? Oder möchtest du heute vorsorgen, damit du später freier entscheiden kannst?
Wenn du auf diese Fragen noch keine klaren Antworten hast, bist du damit nicht allein.
Ich höre häufig Sätze wie: „Mein Geld liegt einfach auf dem Girokonto.“ Oder: „Dafür gehe ich zu meiner Bank. Die wissen schließlich, wie man Geld anlegt.“ Aber genau an diesem Punkt möchte ich dich zu einem kleinen Gedankenexperiment einladen.
Würdest du bei deinem Beruf genauso vorgehen?
Stell dir vor, du suchst einen neuen Job. Würdest du einfach in das nächstgelegene Unternehmen gehen und fragen: „Was könnte ich denn bei Ihnen machen?“ Wahrscheinlich nicht.
Du hast zunächst eine Ausbildung gemacht, vielleicht studiert oder dich weitergebildet. Du weißt ungefähr, was du kannst und was dir wichtig ist. Dann informierst du dich über ein Unternehmen. Passt die Stelle zu dir? Gefällt dir das Unternehmen? Stimmen die Bedingungen? Kannst du dir vorstellen, dort mehrere Jahre zu arbeiten?
Anschließend gehst du vorbereitet in das Bewerbungsgespräch. Vielleicht passt es. Vielleicht stellst du aber auch fest: Nein, das ist nichts für mich. Dann suchst du weiter.
Warum gehen wir bei unserem Geld häufig genau andersherum vor?
Vielleicht denkst du jetzt: Ein Arbeitgeber ist doch etwas völlig anderes als eine Geldanlage. Natürlich. Aber in einem entscheidenden Punkt gibt es eine Gemeinsamkeit: Beides kann dich über viele Jahre begleiten. Dein Geld sogar dein ganzes Leben.
Du arbeitest dafür. Du bezahlst damit deine Wohnung, deine Reisen und deinen Alltag. Vielleicht finanzierst du damit irgendwann eine Immobilie, unterstützt deine Kinder oder sicherst deinen Ruhestand ab.
Warum solltest du dich also ausgerechnet bei diesem Thema ausschließlich darauf verlassen, dass jemand anderes die richtigen Entscheidungen für dich trifft? Du musst deshalb nicht zum Finanzexperten werden. Aber du solltest deine eigenen Ziele kennen.
Bevor du über Geldanlagen sprichst, stelle dir diese Fragen
Bevor wir bei FAIRMASTER überhaupt über konkrete Möglichkeiten sprechen, interessiert uns zuerst der Mensch. Also: du. Und dabei können beispielsweise folgende Fragen wichtig werden:
Wie viel Sicherheit brauchst du?
Wie würdest du reagieren, wenn deine Geldanlage zwischenzeitlich deutlich an Wert verliert? Kannst du damit ruhig schlafen? Oder wäre genau das für dich eine enorme Belastung? Die höchste theoretische Rendite hilft dir wenig, wenn du eine Anlage beim ersten stärkeren Kursrückgang aus Angst verkaufst.
Wie wichtig ist dir die Verfügbarkeit?
Musst du innerhalb weniger Tage auf dein Geld zugreifen können? Oder gibt es einen Teil deines Vermögens, den du über viele Jahre nicht benötigst? Eine Geldanlage für deine Notfallreserve muss andere Anforderungen erfüllen als Kapital, das du langfristig für deinen Ruhestand aufbaust.
Möchtest du Eigentum erwerben?
Auch diese Frage wird häufig unterschätzt. Möchtest du ein Finanzprodukt besitzen? Oder ist es dir wichtig, tatsächlich Eigentümer eines Sachwertes zu sein – beispielsweise einer Immobilie oder eines physischen Edelmetalls? Beides kann unterschiedliche Vor- und Nachteile haben. Entscheidend ist, was zu deinen Vorstellungen passt.
Welche Rolle spielen Steuern?
Nicht jede Anlage wird steuerlich gleichbehandelt. Deshalb gehört auch die steuerliche Situation in die Überlegungen hinein – allerdings immer bezogen auf deine individuelle Situation und gegebenenfalls gemeinsam mit einem Steuerberater.
Wie wichtig ist dir der Erhalt deiner Kaufkraft?
Vielleicht möchtest du gar nicht möglichst schnell möglichst viel verdienen. Vielleicht ist dein wichtigstes Ziel zunächst: Ich möchte verhindern, dass mein Vermögen langfristig immer weniger wert ist. Dann solltest du dich mit Inflation beziehungsweise der tatsächlichen Verteuerung deiner persönlichen Lebenshaltung beschäftigen.
Und was möchtest du eigentlich mit deinem Leben machen?
Für mich ist das die wichtigste Frage. Denn Geld ist kein Selbstzweck. Möchtest du früher weniger arbeiten? Eine Immobilie kaufen? Mehr reisen? Deinen Kindern etwas hinterlassen? Ein Unternehmen gründen? Oder möchtest du einfach das beruhigende Gefühl haben, finanziell nicht von jeder unerwarteten Rechnung aus der Bahn geworfen zu werden?
Erst wenn du weißt, wofür dein Geld da sein soll, können wir sinnvoll darüber sprechen, was du damit tun könntest.
Gute Beratung beginnt deshalb vor dem Produkt
Jetzt kommt der Punkt, an dem ein guter Berater oder eine gute Beraterin ins Spiel kommen kann. Denn natürlich hat kaum jemand Lust und Zeit, sich jahrelang in sämtliche Finanzprodukte, Märkte, steuerlichen Besonderheiten und wirtschaftlichen Zusammenhänge einzuarbeiten. Das musst du auch nicht. Aber unabhängige Beratung bedeutet für mich nicht: Du setzt dich hin, ich zeige dir ein Produkt und am Ende unterschreibst du (wie es Banken häufig tun).
Zunächst müssen wir herausfinden, wo du gerade stehst. Was weißt du bereits? Was möchtest du verstehen? Welche Erfahrungen hast du gemacht? Welche Ziele hast du? Und vielleicht genauso wichtig: Wovor hast du Angst? Denn auch Ängste beeinflussen finanzielle Entscheidungen.
Du solltest verstehen können, worüber du entscheidest
Ein weiterer Punkt ist mir besonders wichtig: Du solltest eine Geldanlage nicht wählen, nur weil dein Berater sie versteht. Du solltest sie so weit verstehen, dass du selbst beurteilen kannst, warum sie zu dir passen könnte. Dafür musst du keine Fachbegriffe auswendig lernen. Ein guter Berater sollte komplexe Zusammenhänge so erklären können, dass du anschließend selbst Fragen stellen und Entscheidungen nachvollziehen kannst.
Übrigens ist die Berücksichtigung deiner persönlichen Situation auch in der regulierten Anlageberatung ein zentraler Punkt: Anlageziele, Risikotoleranz, finanzielle Verhältnisse sowie Kenntnisse und Erfahrungen des Kunden spielen bei der Beurteilung einer Empfehlung eine wichtige Rolle. Und trotzdem lohnt es sich, selbst vorbereitet in ein Beratungsgespräch zu gehen. Denn niemand kennt dein Leben so gut wie du.
Teste es doch einmal! Wenn du demnächst ein Beratungsgespräch bei einer Bank, einem Finanzinstitut oder einem freien Berater führst, probiere etwas aus. Geh nicht hinein und frage: „Was würden Sie mir empfehlen?“ Sag stattdessen beispielsweise:
„Mir ist wichtig, dass ein Teil meines Vermögens jederzeit verfügbar bleibt. Einen anderen Teil möchte ich langfristig investieren. Ich möchte meine Kaufkraft erhalten, bin bereit, gewisse Schwankungen auszuhalten und möchte genau verstehen, worin ich investiere.“
Und dann beobachte, was passiert. Fragt dein Gegenüber weiter nach? Möchte er deine Situation wirklich verstehen? Werden unterschiedliche Möglichkeiten diskutiert? Werden dir auch Nachteile erklärt? Oder landet das Gespräch sehr schnell bei einem bestimmten Produkt? Diese Beobachtung kann dir bereits viel über die Qualität eines Beratungsgesprächs verraten.
Du musst nicht beim ersten Gespräch entscheiden
Eine wichtige finanzielle Entscheidung muss aus meiner Sicht nicht beim ersten Termin fallen. Vielleicht verändert sich deine ursprüngliche Vorstellung sogar während der Gespräche. Das ist völlig in Ordnung. Manchmal entstehen durch neues Wissen neue Fragen. Manche Wünsche werden wichtiger, andere verlieren an Bedeutung.
Genau dafür ist Beratung da. Nicht um möglichst schnell eine Unterschrift zu bekommen. Sondern um gemeinsam eine Entscheidung zu entwickeln, die du nachvollziehen kannst.
Finanzberatung darf eine langfristige Beziehung sein
Und noch etwas unterscheidet meine Vorstellung von Beratung von einem einmaligen Verkauf: Das Leben verändert sich. Vielleicht gründest du eine Familie. Du kaufst oder verkaufst eine Immobilie. Dein Einkommen verändert sich. Du wirst selbstständig. Du bekommst eine Erbschaft. Oder deine Prioritäten sehen mit 55 schlicht anders aus als mit 35. Dann darf sich auch deine finanzielle Strategie verändern.
Deshalb sollte eine gute Beratung aus meiner Sicht nicht mit einem Vertragsabschluss enden. Die Ziele, die wir einmal gemeinsam festgelegt haben, sollten regelmäßig überprüft werden. Passen sie noch? Hat sich dein Leben verändert? Fühlst du dich mit deinen Entscheidungen weiterhin wohl? Oder müssen wir etwas anpassen? Aus solchen Gesprächen können Beziehungen entstehen, die viele Jahre halten.
Bei einigen meiner Kunden sind daraus im Laufe der Zeit sogar Freundschaften entstanden. Das funktioniert allerdings nur, wenn eine Grundlage vorhanden ist: Vertrauen.
Und zwar nicht das blinde Vertrauen nach dem Motto „Der Berater wird schon wissen, was richtig für mich ist.“Sondern ein Vertrauen, das daraus entsteht, dass du verstehst, was wir gemeinsam tun und warum wir es tun.
Deine Geldanlage beginnt bei dir
Bevor du dich fragst, welcher Fonds, welches Edelmetall oder welche andere Anlage die richtige ist, stelle dir eine andere Frage: Was soll mein Geld eigentlich für mich können?
Vielleicht ist Sicherheit für dich wichtiger als maximale Rendite. Vielleicht möchtest du flexibel bleiben. Vielleicht möchtest du Eigentum aufbauen. Oder du möchtest vor allem dafür sorgen, dass du später mehr Freiheit hast. Es gibt darauf keine allgemeingültige richtige Antwort. Es gibt nur deine. Und genau die sollten wir kennen, bevor wir über Produkte sprechen.
Du möchtest herausfinden, was dein Geld für dich leisten soll und welche Möglichkeiten zu deinen persönlichen Zielen passen könnten? Dann beginnen wir nicht mit einem Produkt. Wir beginnen mit deinen Fragen, deinen Wünschen und deiner persönlichen Situation.
Lass uns darüber sprechen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Anlage- oder Steuerberatung.


